-Unser Blick auf das aktuelle Börsenumfeld / Marketinginformation zu den Strategiedepots Verantwortung –
1. Der Blick zurück:
Der September war von einem deutlichen Anstieg der US-Kapitalmarktzinsen und einer Aufwertung des US-Dollars geprägt. Robuste Konjunkturdaten, steigende Energiepreise und anhaltender Inflationsdruck führten dazu, dass die Zinserwartungen wieder nach oben korrigiert wurden.
Dies belastete insbesondere Staatsanleihen, Gold, kleinere Unternehmen und europäische Aktien. Der nach Marktgröße gewichtete US-Aktienmarkt hielt sich vergleichsweise stabil, da wenige große Technologie- und KI-Unternehmen die schwächere Marktbreite kompensierten. Für Anleger mit Euro-Referenzwährung wirkte die Aufwertung des US-Dollars stabilisierend: Während der MSCI World und der S&P 500 in US-Dollar leicht nachgaben, erzielten beide Indizes auf Eurobasis im September positive Ergebnisse. Seit Jahresbeginn liegen globale und US-amerikanische Aktien weiterhin deutlich im Plus, während Gold und US-Staatsanleihen auf US-Dollarbasis hinter den Aktienmärkten zurückblieben. Angesichts der starken Zinsanstiege wäre eine schwächere Marktentwicklung keine Überraschung gewesen. Ganz offensichtlich überlagert das Thema KI weiterhin den negativen Einfluss der höheren Zinsen, auch wenn die Skepsis am Markt weiter steigt.
2. Der Blick auf unsere Strategien:
Unser KI gestütztes Risikomanagementsystem CaraA bleibt in der Bewertung der weiteren Aufwärtschancen weiterhin zurückhaltend. Dies hat vor allem etwas mit der oben beschriebenen Zinsentwicklung zu tun. Daher haben unsere aktiv verwalteten Strategien die Aktieninvestments weiterhin leicht untergewichtet.
Trotz defensiver Aufstellung konnten unsere Strategien im September gut mit dem Markt mithalten und den Vorsprung zu den Vergleichsmaßstäben (Benchmarks) weiter ausbauen.
Besonders erfreulich ist das Ergebnis des Stock Up Depots, dass nun 3 Jahre alt ist und in diesem Zeitraum deutlich gegenüber der Benchmark outperformen konnte.
Die Strategie investiert primär in Einzelaktien und nur in Ausnahmen in ETFs. Sie bietet damit die Möglichkeit, noch gezielter in die chancenreichen Segmente zu investieren. Dabei muss auf das bewährte Risikomanagement von CaraAI nicht verzichtet werden. Wenn von hier Warnsignale kommen, kann auch das StockUp Depot über physisch unterlegte Fonds in Gold investieren, in Anleihefonds oder einfach höhere Geldguthaben vorhalten.

Quelle Reuss Private, Morningstar. Stand 30.09.2026, Alle Angaben zur Wertentwicklung berücksichtigen das durchschnittlich vereinbarte Vermögensverwaltungsentgelt. Frühere Wertentwicklungen sind kein zuverlässiger Indikator für künftige Wertentwicklung. Auflagedaten und Benchmarks:
Safe Depot Verantwortung:
01.02.2016, 100% – Euribor 12 Monate
Solid Depot Verantwortung:
01.03.2016, 100% – Mischfonds Flexible Allokation – Global
Dynamik Depot Verantwortung:
01.04.2016, 25% Mischfonds Flexible Allokation – Global / 75% Mischfonds Aggressive Allokation – Global
Offensiv Depot Verantwortung:
18.10.2019, 25% Mischfonds Flexible Allokation – Global / 75% Mischfonds Aggressive Allokation – Global
StockUp Depot
01.08.2023, 100% Mischfonds Aggressive Allokation – Global
3. Der Blick nach vorn:
Ein Frieden im Ölkrieg in Nahost ist weiterhin nicht in Sicht. Doch die Märkte haben die hohen Ölpreise und die gestiegenen Zinsen durchaus eingepreist. Dies merkt man den Indexständen auf den ersten Blick nicht an. Doch bei näherem Hinsehen wird deutlich, dass die zinssensiblen Titel seit August mit Rückschlägen zwischen 10% und 30% auf die neue Wirklichkeit reagiert haben. Dass die großen Aktienindizes trotzdem nahe den Höchstständen liegen, erklärt sich vor allem dadurch, dass die Anleger sich wieder den Technologieriesen zugewendet haben, die seit dem Frühjahr etwas aus dem Investorenfokus gerückt waren.
Es geschieht nun zum wiederholten Mal, dass Anleger in Phasen von Unsicherheit nicht mehr in Staatsanleihen investieren, sondern die Aktien der amerikanischen Riesenunternehmen (gern auch Hyperscaler genannt) als sicheren Hafen nutzen. Das ist eine bemerkenswerte Entwicklung, die langjährige Zusammenhänge zwischen den Anleihe- und Aktienmärkten in Frage stellen.
Die gestiegene Risikowahrnehmung bei Staatsanleihen scheint bei einem Teil der Investoren zu einem Umdenken geführt zu haben: Manche Marktteilnehmer halten es inzwischen für attraktiver, in einer Krise Aktionär eines großen, finanzstarken Unternehmens zu sein als Gläubiger eines hoch verschuldeten Staates. Dieser Trend bedeutet nicht, dass Aktien ein „sicherer Hafen“ im klassischen Sinne sind. Aktien bleiben Risikoanlagen, deren Wert auch bei großen Unternehmen deutlich und über längere Zeiträume fallen kann.
Die gestiegenen Zinsen, die zunehmende Konzentration der Gewinne auf wenige Aktien (primär im Kontext des „KI Wettrüstens“) und die zunehmenden Sorgen über die Schuldentragfähigkeit der Staaten geben Anlass genug, trotz langfristigen Zuversicht für Aktien nicht übermütig zu werden.
Unser Risikomanagementsystem CaraAI agiert aus diesen Gründen derzeit vergleichsweise vorsichtig. Dadurch besteht grundsätzlich die Möglichkeit, bei Kurskorrekturen zu niedrigeren Kursen nachzukaufen. Ob und in welchem Umfang dies geschieht, hängt von der jeweiligen Marktlage ab.
Auch wenn wir mit Schwankungen an den Aktienmärkten rechnen. Insgesamt bleiben wir fest bei unserer Auffassung, dass Aktien für langfristig orientierte Anleger mit entsprechender Risikotragfähigkeit ein sinnvoller Baustein für Vermögensaufbau und Vermögenserhalt sein können, abhängig von den persönlichen Zielen, dem Anlagehorizont und der individuellen Risikobereitschaft.
Hennef, 07.10.2026
Andreas W. Korth
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